Eine Vorstellung der Mitglieder gibt es hier:

Wir sind natürlich keine Wilde Horde, die brandschatzend, mordend und Jungfrauen schändend durch die Lande zieht!

(Und wenn, dann nur ganz selten!)

Die Anfänge liegen im Winter des Jahres 1998!
Um historische Begebenheiten nachzustellen fand sich eine kleine Gruppe Gleichgesinnter zusammen. Entweder verbanden einen schon Freundschaften oder man hat durch geschichtliches Interesse zueinander gefunden.

Schon am 12. März des darauffolgenden Jahres war man soweit den Verein "Northeimer Landsknechte" zu gründen.

Die Idee ein Landsknechtlager des Dreißigjährigen Krieges darzustellen, insbesondere dabei die Verteidiger Northeims, war schnell entstanden. Doch um so erstaunlicher war, das innerhalb kürzester Zeit ein Großteil der Ziele verwirklicht werden konnte. Inzwischen sind wir natürlich auch ein eingetragener Verein und können das kleine e. mit dem großen V. hinter unseren Namen hängen.

Innerhalb kurzer Zeit konnten wir die ersten Erfolge verzeichnen. Darunter einen Auftritt bei der Expo2000.

In der Zwischenzeit sind unsere Auftritte und die daraus erzielten Erfolge gewachsen.
Wir gehören zur Stammbesetzung des Northeimer Klostermarktes, der immer am dritten Wochenende im September gefeiert wird (eine Ausnahme aus Pietät war nur das Wochenende nach dem 11.September), doch sind wir inzwischen deutschlandweit bei Auftritten zu sehen.

Darunter ist zum Beispiel die brandenburgische Stadt Wittstock zu nennen die mit einer der größten Schlachtdarstellungen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und einem Theaterschauspiel mit dem Titel "Die Schweden kommen" aufzuwarten hat.

Berichte von uns und unseren Auftritten sind in diversen Zeitungen und Fernsehsendern erschienen. Ausschnitte unseres Lagerlebens und der Schießvorführungen wurden unter Anderem bei den Dokumentationen "Die Wochenend-Ritter - Streifzüge durch die Mittelalterszene" und bei dem Mehrteiler "Mit Gottes Segen in die Hölle" verwendet.

Unser Entschluß eine Stadtverteidigung darzustellen hat uns die Möglichkeit gegeben unseren weiblichen Mitgliedern einen größeren Spielraum zu lassen. Wo in anderen Vereinen, welche reine Söldnertruppen darstellen, die Frauen durch die Geschichte dazu gezwungen sind sich als Marketenderinnen um das leibliche Wohl der Landsknechte zu kümmern. können unsere Frauen auch an die Waffen.

In vielen schriftlichen Überlieferungen aus dieser Zeit ist zu lesen das auch die Frauen bei der Verteidigung der Ortschaften mithalfen, wenn die Anzahl der Männer stark reduziert war...

Weshalb brauchen wir uns wohl kaum ausmalen, denn wenn man bedenkt was den Frauen blühte wenn eine Armee aus Söldern in den Ort einviel, welche teilweise seit Monaten keine frau mehr gesehen hatten, dürfte klar sein.

Inzwischen sind viele unserer Frauen an den Musketen oder Kanonen zu finden.

Wir können Marsch- und Schießvorführungen mit über 10 Musketen und mit bis zu sechs kleineren bis mittleren Kanonen durchführen.

Bei unseren Schießvorführungen wird selbstverständlich ein großer Wert auf Sicherheit gelegt. Denn nur wer eine staatlich anerkannte Prüfung hierzu abgelegt hat (den sogenannten Böllerschein, der sozusagen eine Erweiterung des Sprengstofferlaubnissscheins darstellt), wird bei uns zur Waffe gerufen.

Des Weiteren können wir auf Märkten den Ausrufer und die Marktwache stellen oder auch als Nachtwächter diesen schließen.

Zu unserem Fundus: Wir besitzen kleines und ein großes Rundzelt. Ein Marketenderzelt, ein Sonnen/Regensegel und ein Schlafzelt können wir auch unser Eigen nennen.

Ein kleiner Planwagen und ein paar Karren die wir im "Tross" haben können sehr dekorativ im Lager aufgestellt werden.

Auch sind zwei "Dreibeine" im Lager auf denen wir unsere Suppenspeyse zubereiten können und mal ein Stück Fleysch oder in Darm gepreßtes Schwein auf den Rost legen können.

Die ganzen kleineren Utensilien, wie Fässer, Gestühl... kann man hier gar nicht auflisten.

Die Kleidung ist, immer unter Rücksicht auf historische Originale, zum Großteil selbst hergestellt.

Vom Beinkleid über Hemden und Wamse bis hin zur Kotze! (HALT!!! Hier nichts falsch verstehen! Die Kotze bezeichnet einen einfachen Überwurf gegen Wind und Wetter.)

Zu unserem Fundus gehören natürlich auch Schwerter, Degen, Partisanen und Hellebarden, welche wiederum zum Teil Eigenbauten sind.

Und zur Belustigung des Volkes kann man noch in einen kleinen Block oder die "Schandgeige" (eine Holzfessel bei der die Hände vor und mit dem Hals eingeschlossen werden) gesperrt werden.

Für unser historisch korrektes Auftreten zeigt sich aber auch unser Ehrenmitglied Peter Ehlebracht, wohl vielen noch von "Insterburg & Co." gut im Gedächtnis, mitverantwortlich, da dieser uns durch Spenden seiner privaten Sammlung und von Ihm Erschaffenes (er ist ein begnadeter Restaurator), tatkräftig unterstützt.

Fragen zu seiner Person, seinem Aufenthaltsort, Telefon oder derart werde ich verständlicherweise nicht beantworten. Es ist schon ein Vertrauensbeweis seinerseits das ich ihn hier erwähnen darf und ich möchte es mir nicht mir ihm verscherzen.

Zur Zeit wird immernoch mit Hochdruck an weiteren Luntenschloßmusketen, Kanonen und diversen Lagerbedarf gebaut.

Inzwischen werden die Musketen übrigens komplett durch unseren ersten Vorsitzenden hergestellt. D.h. er fertigt nicht nur den Schaft und das Schloß an sondern er baut auch das Rohr, weches selbstverständlich staatlich beschossen wird.