Vom Barette schwankt die Feder:

Vom Barette schwankt die Feder,
wiegt und biegt im Winde sich.
Unser Wams aus Büffelleder
ist zerfetzt von Hieb und Stich.
Stich und Hieb, und ein Lieb,
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Unsre Linke auf dem Schwerte,
in der Rechten einen Spieß,
kämpfen wir, soweit die Erde,
bald für das und bald für dies.
Dies und das, Suff und Fraß,
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Ruhm und Beute zu gewinnen,
zieh'n wir mutig in die Schlacht.
Einmal müssen wir von hinnen,
lustig drum bei Tag und Nacht,
Nacht und Tag, was er mag,
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Landsknechtsleben, lustig Leben,
in der Schenke Tag und Nacht.
Sitzt ein fader Kerl daneben,
der nicht singt und der nicht lacht:
Schmeißt ihn raus, reines Haus
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Wenn wir dereinst liegenbleiben,
in der blutdurchtränkten Schlacht,
sollt ihr uns ein Kreuzlein schreiben
auf den tiefen dunklen Schacht.
Mit Trommeln viel und Pfeifenspiel
sollt ihr, ja sollt ihr uns begraben.

Wir sind des Geyers schwarzer Haufen:


1. Wir sind des Geyers schwarze Haufen, hei a ho ho!
Und wollen mit Tyrannen raufen, hei a ho ho!

Refr.: Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!
Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den Hahn!

2. Als Adam grub und Eva spann, Kyrieleis!
Wo war denn da der Edelmann? Kyrieleis!

Refr.: Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!
Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den Hahn!

3. Uns führt der Florian Geyer an, heia hoho!
Den Bundschuh führt er in der Fahn', heia hoho!

Refr.: Spieß voran, Drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!
Spieß voran, Drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den Hahn!

4. Jetzt geht's auf Schloß, Abtei und Stift, heia hoho!
Bei uns gibt's nur die Heil'ge Schrift, heia hoho!

Refr.: Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!
Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den Hahn!

5. Bei Weinsberg setzt' es Brand und Stank, heia hoho!
Gar mancher über die Klinge sprang, Heia hoho!

Refr.: Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!
Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den Hahn!

6. Des Edelmannes Töchterlein, Kyrieleis!
Wir schicktens in die Höll' hinein, Kyrieleis!

Refr.: Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!
Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den Hahn!

7. Geschlagen ziehen wir nach Haus, heia hoho!
Unsre Enkel fechten's besser aus, Heia hoho!

Refr.: Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!
Spieß voran, drauf und dran,
setzt aufs Klosterdach den Hahn!


Das Leben ist ein Würfelspiel:


Das Leben ist ein Würfelspiel,
wir würfeln alle Tage.
Dem einen schenkt das Schicksal viel,
dem andern Müh und Plage
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand,
zwei Sechsen auf den Tisch!
Die eine für das Vaterland,
die andere für dich!

Wir würfeln das die Schwarte kracht,
nach alter Landsknechtsitte
Gar mancher der das Spiel verlacht,
verschwand aus unsrer Mitte
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand,
zwei Sechsen auf den Tisch!
Die eine für das Vaterland,
die andere für dich!

Noch würfeln wir um unser Glück
und um ein gut Gelingen
Vielleicht auch bald um das Genick
wenn hell die Schwerter klingen
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand,
zwei Sechsen auf den Tisch!
Die eine für das Vaterland,
die andere für dich!

Die Furcht, die ist uns unbekannt,
wie auch die Würfel liegen
Wir kämpfen auf und ab im Land
und glauben das wir siegen
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand,
zwei Sechsen auf den Tisch!
Die eine für das Vaterland,
die andere für dich!

Und noch beim Herrgott wollen wir,
den Würfelbecher schwingen,
und noch im himmlischen Revier,
die alten Lieder singen
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand,
zwei Sechsen auf den Tisch!
Die Beiden für die Seligkeit,
das langt für dich und mich.